Freund oder Feind?

Der gute alte Freund….oder doch Feind?

 

Jeder kennt ihn. Jeder hatte schon Kontakt mit ihm. Die einen mögen ihn, die anderen verteufeln ihn und wiederum andere dürfen nur wenig bis gar keinen Zugang zu ihm haben. Manch einen macht er glücklich, andere wiederum nicht. In Notsituation kann er oft der beste und erste Helfer sein.

 

Aber wer ist er?

 

Die einen nennen ihn einen guten und vertrauensvollen Freund, die anderen sagen, er ist sehr böse und macht unglücklich. Doch die Wahrheit ist: Jeder braucht ihn, es ist nur ein Kunst mit ihm und seine Freundschaft umzugehen. Sein Name ist Zucker und sein Feind nennt sich  Heißhunger.

 

Doch wer ist dieser Zucker und was macht ihn so besonders?

 

 

Zucker ist ein süß schmeckendes, kristallines Lebensmittel. Er wird aus Pflanzen gewonnen und besteht hauptsächlich aus Saccharose. Sein Name stammt aus dem Sanskrit-Wort शर्करा (śarkarā) für „süß“, das als sukkar (‏سكر‎, verb: sakkara) ins Arabische entlehnt wurde und von dort in den europäischen Sprachraum gelangte.

 

Sein physiologischer Brennwert beträgt 16,8 kJ oder 4,0 kcal pro Gramm (zum Vergleich: Alkohol liefert 29,8 kJ pro Gramm, Fette etwa 39 kJ pro Gramm), mit einer Dichte von 1,6 g/cm³ ist er schwerer als Wasser (1 g/cm³). Bei 20 °C sind 203,9 g Zucker in 100 ml Wasser löslich, bei 100 °C 487,2 g in 100 ml.

Soviel zu seinen Stoffeigenschaften.

 

Aber warum lieben die einen ihn, warum verfluchen die anderen ihn?

 

Wir brauchen ihn, sonst können wir nicht funktionieren, unser menschlicher Organismus ist abhängig von ihm. Damit die Abhängigkeit bemerkbar wird, hat der Mensch neben vielen anderen Bedürfnissen das Hungergefühl, welches sich nur dann einstellt, wenn es gestillt wird. Hunger dient dem menschlichen Organismus als Signal zur Nahrungsaufnahme.

 

Wie wird denn das Gefühl des Hungers ausgelöst?

 

Es gibt hier viele, verschiedene Ursachen, doch an oberster Stelle steht eben unser Freund (oder Feind) Zucker mit seinem Kollegen, namens Insulin, ein zuckerregulierendes Hormon der Bauchspeicheldrüse. Zuckergehalt und Insulinspiegel des Blutes spielen eine große Rolle beim Sättigungsgefühl.

Manche Menschen halten lange Pausen ohne Essen gut durch. Sie verspüren mit der Zeit vielleicht ein leichtes Hungergefühl, aber sie können warten, auch wenn das geplante Abendessen sich um eine Stunde verzögert. Andere wiederum schaffen das gar nicht. Ihnen knurrt schon zwei Stunden nach dem Frühstück der Magen. Wenn sie dann nicht bald etwas zwischen die Zähne bekommen, werden sie nervös und unausstehlich. Sie fühlen sich schwach, das hohle Gefühl in der Magengrube quält sie regelrecht. Magenknurren entsteht durch Kontraktion der leeren Magenwände. Ebenso Auslöser sind Körperbau und individuelle Anlagen, aber auch persönliche Ernährungs- und Essgewohnheiten sowie Stress und die momentane Stimmungslage.

 

Doch welchen Einfluss hat Zucker auf unseren Körper, unseren Geist und unserer Seele?

 

Hunger als lebenserhaltendes Signal zeigt an, dass unser Körper Nachschub an Nährstoffen benötigt. Wie schon erwähnt, steht dabei der Zuckergehalt im Blut. Sinkt der Blutzuckerspiegel ab, werden wir hungrig. Der Magen zieht sich zusammen, manchmal begleitet von hörbaren Knurrlauten. Geschmacks- und Geruchssinn stehen übersensibel auf Empfang, im Mund bildet sich vorsorglich schon mehr Speichel. Die wichtigsten Steuerzentralen für diese vielschichtigen Vorgänge liegen in einem bestimmten Teil des Gehirns, im Hypothalamus. Sättigungs- und Hungerzentrum regeln hier, ob wir satt oder hungrig sind. Daran beteiligt sind Nervenbotenstoffe und Hormone, das vegetative Nervensystem mit dem Vagusnerv, die Aktivitäten von Leber und Verdauungstrakt. Einige Kohlenhydrate gelangen rasch ins Blut. Sie sind schnell zerlegt, treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe, bringen kurzfristig Energien, liefern dem Körper aber keine weiteren wichtigen Nährstoffe. Die Glukose im Blut ist bald verbraucht, der Blutzuckerspiegel geht also flott wieder nach unten. Zu diesen "leeren" Kalorienlieferanten gehören zum Beispiel Haushaltszucker und Weißmehlprodukte. So stellt sich nach einem Frühstück mit Weißmehlbrötchen und zuckriger Marmelade der Hunger schneller wieder ein als nach einer Schale Vollkornmüsli. Denn der Körper braucht länger, bis er Speisen aus vollem Korn, angereichert mit Nüssen und Milchprodukten, verdaut hat.

 

Da Essen zudem eng mit unserer Gefühlswelt verbunden ist, wird es leicht zum Ersatz für entgangene Freuden in anderen Bereichen. Oft hat das tiefsitzende Wurzeln. Kinder werden nur allzu oft mit Süßem belohnt. Das setzt sich später fort. Schokolade und Fastfood spenden vermeintlichen, schnellen Trost. In seelischen Krisenzeiten kann sich daraus mitunter eine immer heftiger wiederkehrende Gier nach Essen entwickeln. Heißhungerattacken können aber auch dermaßen ausgeprägt sein, dass sie kaum mehr zu beherrschen sind. Die Betroffenen müssen den Drang etwas zu essen, sofort befriedigen. Sie vertilgen dann oft große Mengen Lebensmittel, häufig sind es süße und fette Speisen. Wer unter einem übersteigerten Essbedürfnis leidet, braucht oft die doppelte Portion, um sich gesättigt zu fühlen, und wird rasch wieder hungrig.


Ein derart ausgeprägter Appetit ist Ausdruck unterschiedlicher seelischer und körperlicher Störungen. Wenn intensive Hungergefühle gehäuft auftreten, ist es wichtig, den Ursachen nachzugehen. Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder hormonelle Ungleichgewichte wie eine Schilddrüsenüberfunktion gehören zu den möglichen Auslösern. Menschen mit Diabetes geraten leichter als Gesunde in eine Unterzuckerung, die sich unter anderem durch Heißhunger bemerkbar machen kann. Unterzuckerung bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel ungewöhnlich, mitunter bedrohlich stark abfällt. Das ist auch bei schweren Lebererkrankungen, bei Alkoholabhängigkeit oder bestimmten Tumoren möglich.

 

Außerdem können Wurmerkrankungen für übersteigerten Appetit verantwortlich sein. Heißhunger, meist auf bestimmte Nahrungsmittel, gehört oft zu den kennzeichnenden Vorboten eines Migräneanfalls. Manchmal führen einige Medikamente, etwa Mittel gegen Depressionen oder Psychosen, zu verstärktem Hunger.

Essstörungen und psychische Erkrankungen wie Depressionen gehen nicht selten mit Heißhungeranfällen einher. Bei allen auslösenden Erkrankungen kommen jedoch in der Regel weitere kennzeichnende Beschwerden hinzu.

 

Und wann ist dann der Freund Zucker eher Feind, weil  er krankhaft macht?

 

Wenn sich Symptome zeigen, wie

  •  Heißhunger
  •  Schwindel
  • Schweißausbrüche
  •  Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen
  •  Verdauungsstörungen, wie Blähungen oder Verstopfungen
  •  Stimmungsschwankungen
  •  Müdigkeit
  •  Kopfschmerzen
  •  kann Seh-/ und Sprachfähigkeit beeinträchtigen
  •  Konzentrationsstörungen mit Verwirrtheitszuständen bis hin zum Bewusstseinsverlust

 

 

Ursachen für gelegentlichen Heißhunger, der noch nicht krankhaft sein muss

Überblick über mögliche krankhafte Ursachen für Heißhunger

·         Häufige Mahlzeiten oder Zwischen-Snacks mit Lebensmitteln, die vor allem "leere" Kalorien liefern, wie Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Kuchen, Schokolade

          Essstörungen

 

·         Ausgeprägte Hungerphasen, Blitzdiäten

          Dauerstress, psychische Belastung, Depressionen

 

·         Schlafmangel

          Schilddrüsenerkrankungen

·         Falsche Essgewohnheiten, zum Beispiel schnelles, hastiges Essen, Essen vor dem Computer oder Fernseher

          Diabetes und Unterzuckerungen

·         Stress, Überforderung oder das Gegenteil: Langeweile

          Alkoholsucht

·         Frust, seelische Belastungen

          Schwere Lebererkrankungen

·         Schwangerschaft, Stillzeit                                                                       

 

·         Wachstumsphasen bei Jugendlichen

           Dumping-Syndrom

 

           Wurm- oder Pilzerkrankungen

 

           Migräne

 

          Viele Medikamente als Nebenwirkungen

 

Zuckersucht ade?

Stehen keine körperliche Grunderkrankung im Vordergrund, lässt sich mit einigen Tipps und Tricks das Gefühl des Heißhungers umgehen.

  • Durch Täuschung der Geschmacksknospen im Mund kann der Hunger nach Süßem oder Fettigem gestillt werden. Hier helfen Mundspülungen oder auch eine frische Zahnpasta.
  • Kaugummis können dem Körper durch Kaubewegungen eine Nahrungsaufnahme für eine Weile vortäuschen.
  •  Regelmäßige, langsam zu sich genommene Mahlzeiten verringern das Gefühl des Hungers, wobei gerade ein ausgewogenes Frühstück wichtig ist.
  • Die Aufnahme von viel ungesüßter Flüssigkeit (ca. 3 Liter/Tag) füllt den Magen. Ein Glas lauwarmes Wasser vor einer Mahlzeit führt schneller zu einer Sättigung.
  • Viel mehr auf sein eigenes Sättigungsgefühl achten und besser in sich Hineinhorchen, ob es mehr der Durst statt das Hungergefühl ist.
  •  Ablenkung kann Heißhunger ausschalten
  • Vermeidung und/oder Reduzierung von psychischen (innerer Druck) als auch physischen Stress

 

Na, und wie kriegt man nun Freund oder Feind besser in den Griff?

  • Blutbild machen lassen
  •  Ernährungsumstellung
  •  Bewegungsprogramm
  •  Darmsanierung oder Heilfasten
  •  Säure-Basen-Haushalt-Regulation
  •  Stressabbau, Entspannungstechniken
  • Schüssler-Salz-Therapie
  •  Orthomolekular-Medizin

 

So, nun Lust auf eine Tafel Schokolade? ;-)

Sie haben Fragen oder wünschen sich eine Beratung, rufen Sie uns an!

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